Spielen ohne Spielzeug

Projekt Spielzeugfreier Kindergarten an der Primarschule Elsau

Von Anfang März bis zu den Frühlingsferien waren während sieben Wochen alle vier Kindergartenklassen der Primarschule Elsau spielzeugfrei. In Zusammenarbeit mit der Suchtpräventionsstelle Winterthur fand das Projekt „Spielzeugfreier Kindergarten“ statt.

Wie kam es dazu? Alle Kindergartenlehrpersonen besuchten zusammen eine Weiterbildung über das Projekt der Suchtprävention. Nach einer fachlichen Einführung und einer praktischen Vorstellung eines bereits durchgeführten Projektes waren die fünf Frauen von der Idee begeistert, sich mit den Kindern zusammen auf dieses Abenteuer einzulassen. Ziel des Spielzeugfreien Kindergartens aus Sicht der Suchtpräventionsstelle sind die Stärkung sogenannter Schutzfaktoren. Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für Suchtentstehung verringern können.

-          Stärkung der Frustrationstoleranz

-          Kreativität und Problemlösungsfähigkeit

-          Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

-          Sprachliche Kompetenz

-          Beziehungsfähigkeit

Die Eltern der Kindergartenkinder wurden bereits Mitte Januar an einem Elternabend ausführlich über Ziele und Art der Umsetzung des Projektes Spielzeugfreier Kindergarten informiert und offene Fragen geklärt.

Vor dem Projektstart hatten die Kindergartenlehrpersonen mit den Kindern zusammen die Spielsachen nach und nach verpackt und weggeräumt. Den Kindern bliebenfür ihr Spiel ohne Spielzeug das Mobiliar des Kindergartens, Stühle, Tische und Bänkli. Zusätzlich standen einfache Dinge wie beispielsweise Tücher, Reifen, Rollwägeli zur Verfügung. Demokratische Prozesse erhielten einen grossen Stellenwert im Gruppengeschehen. Im Vorfeld hatten die Lehrpersonen mit den Kindern Konfliktlösungsinstrumente eingeführt, welche während des Projektes von den Kindern selbständig angewendet wurden. Die Lehrpersonen sollten sich nämlich so weit wie möglich zurücknehmen und eine beobachtende und allenfalls unterstützende Rolle einnehmen.

Für uns Kindergartenlehrpersonen war es faszinierend zu beobachten, mit welcher Kreativität die Kinder ans Werk gingen. Es entstanden Burgen, Häuser und Hütten, welche von allerhand Tieren und Wesen bespielt wurden. Das Rollenspiel nahm einen sehr grossen Teil des Spieles ein.

Die Kinder genossen aber auch die Möglichkeit, den tollen Aussenraum der Primarschule Elsau mehr als im normalen Kindergartenalltag zu nutzen: Wer wollte, konnte immer in der zweiten Morgenhälfte, von einer der Lehrpersonen beaufsichtigt, bei jedem Wetter, draussen spielen. Dieses Angebot wurde rege genutzt. Generell war mehr Bewegung möglich, was den Bedürfnissen der Kinder sehr entgegen kam. Die Kinder übten sich auch fleissig darin, ihre Konflikte konstruktiv und selbständig zu lösen. Wenn die Kinder alleine nicht weiterkamen, standen wir Lehrpersonen vermittelnd zur Seite. Es war nicht immer ganz einfach, sich mehr zurückzunehmen, als normalerweise. Doch häufig machten wir die Erfahrung, dass die Kinder sehr wohl dazu in der Lage sind, sich selber oder gegenseitig aus einer Schwierigkeit herauszuhelfen. Manchmal braucht es auch nur einen kleinen Wink, der dem Kind hilft, weiter zu kommen.

 

   
   

Am 15. April 2015 fand ein weiterer Elternabend zur Projektauswertung statt. Es zeigt sich, dass die Mehrheit der Elternschaft sehr gute Erfahrungen mit dem Projekt gemacht hat.

Die Auswertung der Frage, wie die Eltern nach der Durchführung zum Projekt Spielzeugfreier Kindergarten stehen, erläutert nachfolgende Grafik sehr deutlich:


Das Projekt wird nun auf allen Ebenen sorgfältig ausgewertet.

Für die Kindergartenstufe 
Kathrin Biehler

 

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